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Wie effektiv ist Werbung?

Volle Briefkästen, Flyer, die auf der Straße verteilt werden, Werbeblöcke im TV, E-Mail Werbung, Werbeanzeigen in Zeitschriften, Popups & Co. Dazu kommt eine immer größer werdende Produktenvielfalt. Konsumenten werden mit immer mehr Varianten von ein- und demselben Artikel konfrontiert. Die Aufnahmebereitschaft der Konsumente nimmt rapide ab. Täglich werden wir mit 2.500 bis 5.000 Werbebotschaften konfrontiert. Kein Wunder das wir eine gewisse Immunität gegenüber Werbung aufgebaut haben und bei TV-Spots weg zappen, doppelseitige Zeitungsanzeigen überblätter Werbepopups schließen bevor sie überhaupt komplette geladen sind oder uns sogar ganz anders beschäftigen.

Der Focus Magazin Verlag frag jetzt in einer Studie (Siehe W&V 20/07), welche Werbeformen von Konsumenten als störend empfunden werden. Demnach scheinen Plakate mit nur 14% Störfaktor die wohl effektivste Form zu sein. E-Mail, Internetwerbung und Anzeigen in Zeitschriften liegen mit rund 32% im Mittelfeld. Ganz allein und abgeschlagen stehen TV-Spots die zu 50% als lästig eingestuft werden.

Werbin in .. stört

Doch nicht nur die Akzeptanz von Werbebotschaften sinkt, dazu kommt, dass mehr als 75% der Konsumenten davon ausgehen, dass Unternehmen in ihrer Werbung unwahre Dinge behaupten. In einer zweiten Frage der Studie „Communication Networks“ sollten die Konsumenten die Glaubwürdigkeit der Werbebotschaft in den unterschiedlichen Medien bewerten. Die klassischen Werbemedien wir TV und Plakat stehen demnach noch vor Internet- und E-Mailwerbung. Anzeigen in Zeitschriften erzielten einen Glaubwürdigkeitsfaktor von 34%. Plakat (26%) und TV Spots (21%) stehen noch weit vor Internet-(12%) und E-Mail Werbung (9%).

Werbung in ... ist glaubwürdig

Speziell bei Internetwerbung fragt man sich wo die Effektivität geblieben ist. Liegen Mediaspending und Conversion-Rate überhaupt nocht im Verhältnis? Der Werbeblogger hats durchgerechtet.

Hat 1998 noch jeder Zehnte Europäische Internet-Nutzer aus Neugierde auf ein Banner geklickt, reagieren diese laut AdTech heute nur noch auf zwei von tausend gesehene Banner (0,18 Klickrate). Speziell Online ist es den Werbern in letzter Zeit gelungen, durch Sonderwerbeformen wie Video Ads (4% Klickrate) dem Negativtrend entgegenzuwirken. Sicherlich braucht es nicht nur gute Werbeformen, sondern auch gute Werbung und Werber die diese zu nutzten wissen (*zwinker* Jung von Matt/next). Vor allem aber braucht es gute Produkte!

Immer häufig werden deshalb auch Viralmarketing Strategien aus dem Ärmel gezogen, um Mundpropaganda anzuregen. Einer Studie, die das Mafo-Unternehmen Ipsos 2006 für die FAZ durchgeführt hat, ist zu entnehmen wie stark bereits heute Kaufentscheidungen von privaten Kommentaren beeinflusst werden. So hat jeder dritte befragte Deutsche ein Produkt nicht gekauft oder eine Dienstleistung nicht in Anspruch genommen, nachdem er negatives Feedback oder negative Kommentaren von privaten Nutzern oder Kunden im Internet gelesen hat. 56 Prozent der deutschen Internet-Benutzer wären, bei positiver Empfehlung durch Freunde oder Bekannte, dagegen eher zum Kauf oder Nutzung einer Dienstleistung bereit. Mittlerweile sucht sich der Konsument seine Informationen, die zu einer Kaufentscheidung führen, also weniger beim Unternehmen, sondern bei Freunden und Bekannten innerhalb seines sozialen Netzes, auf deren Urteil er sich eher verlässt. Kein Wunder, dass Unternehmen wie TRND die Macht der Konsumenten zu schätzen wissen und für sich gewinnen können.

Interssant ist auch der “Driving Word of Mouth Advocacy Among Business Executives: The Experiential Marketing Connection” Report, der speziell die Mundpropaganda im B2B Bereich untersucht. Hier lässt sich erkennen, dass in der Business Welt die direkte Face-To-Face Kommunikation (Vitamin B) noch deutlich vor Blogs, Zeitschriften, Banner, TV etc. steht.

(Wünsche euch frohe Pfingsten)

Die Ideen-Checkliste

In meinem Beitrag: Weisheiten für Designer heißt es zwar auf Checklisten sei kein verlass. Trotzdem finde ich diese Checkliste ,die ich gerade aus meiner Zeit an der RFH Köln wieder gefunden, doch sehr gut.

  1. Ist meine Idee neu uns eigenständig oder kommt sie mir bekannt vor?
  2. Ist meine Idee passend für das Thema, Projekt, Unternehmen?
  3. Niemals etwas machen was man schon immer machen wollte. Ideen lassen sich nicht übertragen
  4. Wird die Zielgruppe meine Idee verstehen oder ist es ein „Insider“?Einfach bei Bekannten testen
  5. Ist meine Idee tragfähig oder nur eine durchgängige Lösungsstrategie?Was nütze eine tolle Titelseite wenn es keine Lösung für die Tabelle am Ende gibt
  6. Bringt meine Idee den Inhalt zur Geltung oder drängt sie sich selbst in den Vordergrund? Wenn der Leser sich zu lange mit der Gestaltungsidee beschäftigen muss um den Inhalt zu verstehen ist etwas faul.
  7. Lässt sich meine Idee mit Team, Zeit, Budget umsetzen?
  8. Hat meine Idee eine Chance sich zu entwickeln? Soll die Idee eine Lebenserwartung haben soll sie nicht zu modern sein. Wie sehen Updates, neue Kapitel etc aus?
  9. Macht meine Idee Lust auf mehr? Macht es mir Spaß an der Idee zu arbeiten oder schockt es nicht
  10. Was würde mein härtester Kritiker sagen?
  11. Was für ein Gefühl hat man selbst ganz hinten im Kopf? So lange man sich selbst unsicher ist, ob die Idee richtig oder nicht richtig ist, ist sie Falsch.

Herzinfakt durch schlechtes Webdesign

Vom MRS-Syndrom “Mouse-Rage-Syndrom” haben wir schon häufig gehört. Lustige Videos dazu gibt es bei YouTube, aber jetzt kommts: Schlechtes Webdesign führt unweigerlich zu Tobsuchtsanfällen, die bis zum Herzinfarkt führen können. So zumindest heißt es in einem Artikel der VDI-Nachrichten.

Herzinfakt durch schlechtes Webdesign

Spätestens an diesem Punkt solltet ihr euch Sorgen machen!

(via Werbeblogger via praegnanz)

Kreativranking 2006

Scholz & Friends hat sich im W&V Kreativranking 2006 dicht gefolgt von DDB an die Spitze setzen können.

Kreativranking 2006
Bild anklicken für komplette Darstellung.

Auffällig ist, dass sich Jung von Matt (Platz: 5, Vorjahr Platz 3) Konkurrenten wie Scholz & Friends, DDB und Ogilvy geschlagen geben muss.
Zum Absturz von der Spitze des Kreativrankings übt Jean-Remy von Matt sich in Selbstkritik.Wir fühlten uns einfach zu sicher und waren zu gelassen.

Zu diesen Kreativrankings fällt mir doch gleich ein:

So wie man nicht hobelt, um Späne zu gewinnen, macht man nicht Werbung, um Medaillien zu gewinnen. Beides ist verwertbarer Abfall. (Werner Butter)

Mehr Weisheiten für Designer

Passend zu dem Thema empfehle ich noch meinen Beitrag Agenturauswahl: Top 10 Kriterien in dem das Ergebnis eines Kreativrankings nicht wirklich auftaucht.

Mehr zum W&V Kreativranking in der aktuellen W&V Live

Bloggen SB

Was ich gerne ausführlicher bloggen würde, wozu ich zurzeit jedoch keine Zeit habe. Deshalb ist vorerst für euch Selbstbedienung angesagt:

  • Toyota überholt VW-Plakatkampagne
    Für den Auftritt, der für die Einführung des Mittelklasse-Modells Auris (vormals Corolla) wirbt, hat der Kölner Importeur sämtliche Plakatflächen Deutschlands gebucht.
  • Elektrischer Reporter
    Lawrence Lessig über das Konsumverhalten von Jugendlichen gegenüber Fersehn und neuen Medien.
  • 68 Prozent der Deutschen sind drin im Netz
    Nach einer Studie der Forschungsgruppe Wahlen Online hatten im letzten Quartal 2006 68 Prozent der Deutschen und damit drei Prozent mehr als im Vergleichszeitraum des Vorjahres Zugang zum Internet.

Weisheiten für Designer, Werber …

Sicherlich haben einige von euch gemerkt, dass meine Blogging-Frequenz seit Anfang 2007 etwas zurückgegangen ist. Das liegt daran, dass sich mein Semester dem Ende neigt und viele Projekte in der heißen Phase sind.

Bei meiner Recherche für eine Kampagnen-Idee im ADC Buch: IDEEN – Das Beste aus 40 Jahren ADC bin ich mal wieder über die tollen Zitate von Werner Butter (DDB, Düsseldorf) gestolpert.

  • Das schlechtere Produkt ist immer gegen vergleichende Werbung.
  • Schlimmer noch als eine schlechte Anzeige für ein gutes Produkt ist eine gute Anzeige für ein schlechtes Produkt
  • Wie soll eine Anzeige auf ein Produkt aufmerksam machen können, wenn sie noch nicht einmal auf sich selbst aufmerksam machen kann.
  • Eine Anzeige für eine Bockwürstchen muss sich nicht nur gegen alle anderen Bockwurst-Anzeigen durchsetzten, sondern auch gegen den nackten Busen auf der gegenüberliegenden Seite.
  • Auch Anzeigen haben oft kurze Beine.
  • Regeln in der Werbung sind Krücken, auf denen sich kreativ Lahme fortbewegen.
  • Schlampig gedacht führt zu schlampig gemacht.
  • Ob die Bäcker, wenn sie sich zu einem Bier treffen, auch immer über Brötchen reden?
  • Verlassen Sie sich nicht auf Checklisten: Ihr Konkurrent hat die gleiche.
  • In der Zielgruppe ALLE ist oft niemand zu erreichen.
  • Die höchste Auszeichnung für eine Kampagne ist es, plagiert zu werden.
  • So wie man nicht hobelt, um Späne zu gewinnen, macht man nicht Werbung, um Medaillien zu gewinnen. Beides ist verwertbarer Abfall.

Letztes Jahr hatte ich schon die 10 Weisheiten für Designer gebloggt.

Über weitere Weisheiten in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen.

Wir sehen uns 2007

Ein Jahr geht zu Ende. Seit April habe ich viele interessante Artikel geschrieben und das Projekt blogØblog Projekte verwirklicht. Ich danke Euch für das gegenseitiges Engagement ohne dass mehr als 300 Beiträge und fast ebenso viele Kommentare nicht möglich gewesen wären.

Für neue und interessante Beiträge bin ich auch 2007 immer zu haben. Euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Die Top 10 Beiträge (2006):

  1. Vortrag: Viral Marketing – 10 Irrtümer
  2. Ikea Outdoor – Guerillia Aktion
  3. BWM: Wahre Bedeutung von Straßenschildern
  4. The Axe Effect
  5. Attraktiver Toilettengang
  6. Line Rider: Virtuelles Schlittenfahren
  7. Flickr beta wird zu Flickr gamma
  8. Lego: Rebuild it
  9. Piracy is killing the movie industry
  10. Desktop Interface Metapher: The Next Level

Webalizer Übersicht 2007:
Webalizer auswertung 2007

Web 2.0: Wachstum, Wachstum, Wachstum

Web 2.0 und Wachstum – da setzen viele doch sofort YouTube oder MySpace auf Platz 1. Aber weit gefehlt. Der Branchendienst clyex.de führt das Feld an. Zugegeben, ich selbst kannte bis gerade clyex.de noch nicht und auf den ersten Blick spricht es mich überhaupt nicht an. Scheint sich um ein ähnliches Phänomen wie bei Craigslist zu handeln.

Interaktive Websites weisen die größten Besucherzuwächse zwischen Januar und Oktober 2006 auf. Mit 607 Prozent Reichweitenwachstum führt der Branchendienst Cylex.de die deutsche Rangliste an. YouTube konnte die Unique Audience um 581 Prozent steigern. Auf Rang drei folgt MyVideo von ProSiebenSat.1 mit einer Steigerungsrate von 262 Prozent von Januar auf Oktober, knapp vor MySpace mit einem Plus von 243 Prozent. Zu diesem Ergebnis kommt eine Sonderanalyse von Nielsen/NetRatings für die FAZ.

Cylex.de

(via W&V)

Hefte raus – Vokabeltest

Einem Großteil der älteren Personengruppen gefallen derzeitige Bezeichnungen wie “Generation 50plus” oder “Senioren” für ihresgleichen nicht.

Anglizismen wie “Bestager” oder “Silverager” werden von mehr als 75 Prozent verworfen. Marktforscher haben nun den neuen Kunstnamen “PEGGIs” etablieren.

Peggi steht für:
P = Persönlichkeit
E = für Erfahrung
G = Geschmack
G = Geld
I = Interessen

Abzuwarten bleibt nun, inwieweit sich die “PEGGIs” etwa gegen die “Woopies” (Well off older people) und “Selpies” (Second life people) durchsetzen können.

Was haben wir denn noch so?
DINK= double income no kids
DINKY = double income no kids yet
VIP = very important person
Yuppie = young urban professional
Yettie = Young, entrepreneurial, tech-based, twentysomething

Welche wichtigen Vokabeln habe ich vergessen?

(via W&V)

Videoportale ändern Konsumverhalten

Laut einer Studie der BBC, geht bei rund 43 Prozent der Briten der Konsum von Internet-Videos zu Lasten des regulären Fernsehkonsums.
Videoportale ändern Konsumverhalten

Dass sich soziale Epidemien über Videoportale wie Youtube, myvideo oder sevenload auslösen lassen, haben eine ganze Reihe von Beispielen mittlerweile gezeigt (positiv wie negativ). Man denke nur an “Wo bist Du mein Sonnenlischt…“, die Ron Hammer Kampagne oder den Skandal um lonelygirl15

Eine Studie der BBC aus den Großbritannien (gefunden via heise.de) belegt nun, dass sich auch der Fernsehkonsum von Videoportalnutzern, die sich häufig online Videos anschauen, ändert: Und wer hätte es gedacht – zu Ungunsten des Fernsehens. 43% der befragten “Online-Videokonsumenten” schränken seit dem sie Youtube & Co. nutzen Ihren Fernsehkonsum ein

Sieht ganz so aus, als ob Sony den richtigen Weg gehen würde. Ich verweise an dieser Stelle noch ein Mal auf die Pressemeldung 2.0.

Wie viel Zeit wohl durch das Lesen von Blogs für TV, Radio und Print draufgehen mag?

(via ConnectedMarketing)

Kurzinfo zu Fabian Nöthe

Fabian Nöthe ist als Konzeptioner, User Experience Designer, Interface Designer sowie Interaction-Developer in den Bereichen Interaktive-Medien und Out-of-Home-Medien tätig.

Er arbeitet als Creative Director für Powerflasher.